Mit der Strömung im Neckar zu schwimmen, mag für weniger starke Schwimmer wie ein Geschenk klingen, doch der HeidelbergMan an diesem Sonntag, den 26. Juli, ist eine Milchsäure-Falle ohne Gnade. Mit 800 Höhenmetern, die sich auf eine Radstrecke konzentrieren, die praktisch einem Bergzeitfahren gleicht, stellt das deutsche Event die Leidensfähigkeit der Kurzdistanz-Spezialisten erneut auf die Probe.
Die vertikale Hölle zum Schloss
Die Entscheidung um das Podium in Baden-Württemberg fällt nicht in der Wechselzone, sondern an den Rampen hinauf zum Königstuhl. Die 1.600 Meter Schwimmen unter der Alten Brücke sind nur das Aufwärmprogramm für das, was folgt: Eine Radstrecke, die je nach Distanz (46,6 oder 52,6 km) die Athleten mit Steigungen konfrontiert, die jeden Rhythmus brechen. Windschattenfahren ist hier fast bedeutungslos; was zählt, ist das Watt-pro-Kilogramm-Verhältnis, wenn der Asphalt steil wird und die Gänge ausgehen.
Kraftinteilung am Philosophenweg
Nach dem zweiten Wechsel wartet eine Laufstrecke, die purer Urban Trail ist. Der Weg über den Philosophenweg ist kein entspannter Spaziergang, sondern ein echter Beinbrecher, bei dem die vom Schlossanstieg gezeichneten Oberschenkel oft den Dienst quittieren. Erfahrene Athleten wissen, dass eine Attacke in der ersten Runde der 10-km-Strecke taktischer Selbstmord ist. Der Schlüssel liegt in einer hohen Trittfrequenz auf den technischen Schotterpassagen und voller Konzentration im technischen Downhill zum Ziel auf der Neckarwiese.
In diesem Jahr hat der Staffel-Wettbewerb lokal stark an Bedeutung gewonnen und lockt reine Mountainbike-Spezialisten an, die die Bergauf-Zeiten pulverisieren wollen. Dies fordert die Einzelstarter heraus, die ihre Körner für den abschließenden Lauf sparen müssen. Da das Thermometer im Tal sommerliche Höchstwerte erreicht, werden die Hydrierung und das Salzmanagement an der Verpflegungsstation vor dem Anstieg zu den unsichtbaren Faktoren, die entscheiden, wer am Flussufer die Arme hochreißt.