Ist es möglich, den Mann zu schlagen, der den Gardasee zu seinem persönlichen Wohnzimmer gemacht hat? In der Wechselzone der Villa Carrara Bottagisio richten sich alle Augen auf einen Namen: Michele Sarzilla. Der amtierende Champion kehrt diesen Samstag, den 13. Juni, zur 41. Ausgabe des International Triathlon Bardolino zurück, mit einem Ziel, das an eine Legende grenzt: den dritten Sieg in Folge und den vierten Titel insgesamt bei dem Rennen einzufahren, das 1984 den Triathlon in Italien begründete.
Eine 40 Kilometer lange Wand zwischen Weinbergen
Diese Herausforderung ist nichts für schwache Beine. Nach den 1.500 Metern Schwimmen im kristallklaren Wasser des Benaco erwartet die Triathleten eine Radstrecke, die pures Gift für die Quadrizeps ist. Der 40 Kilometer lange Kurs durch das Hinterland von Bardolino, Calmasino und Cavaion ist ein ständiger Beinbrecher, auf dem Windschattenfahren zwar erlaubt ist, sich aber kaum jemand verstecken kann. Die Rampen zwischen den Weinbergen fällen meist schon vor dem zweiten Wechsel das Urteil. Bei einer Rekordbeteiligung von 1.500 Athleten aus 24 Ländern wird der Kampf um die erste Gruppe schon ab der ersten Boje zur absoluten Materialschlacht.
Bei den Frauen verspricht der Wettkampf ebenso elektrisierend zu werden. Nach der Dominanz von Asia Mercatelli im Vorjahr deutet die Startliste dieser Edition auf ein Generationenduell hin. Die Laufstrecke – 10 flache, aber extrem fordernde Kilometer entlang der Uferpromenade und durch die Altstadt – lässt keine Sekunde zum Durchatmen. Hier, angefeuert von über 5.000 Fans, wartet der Mann mit dem Hammer, wenn man sich die Kräfte in den Hügeln zuvor nicht perfekt eingeteilt hat.
Ein Jackpot von 15.000 Euro
Die Organisation hat ein Preisgeld von insgesamt 15.000 Euro für die 20 besten Männer und Frauen ausgelobt – ein Anreiz, der Kurzdistanz-Spezialisten aus ganz Europa angelockt hat. In den Wechselzonen ist kein Platz für Fehler; eine Sekunde zu viel beim Ausziehen des Neoprens oder beim Anziehen der Laufschuhe kann das Podium kosten. Bardolino ist nicht nur das älteste Rennen Italiens, es ist eine Prüfung purer Ausdauer, bei der die Luftfeuchtigkeit des Gardasees und das frenetische Tempo der Age Grouper jeden Meter zu einem sportlichen Überlebenskampf machen.