Kilian Jornet ist nicht zum Kaffeetrinken zum 25. Jubiläum des kultigsten Bergmarathons der Welt gekommen. Nach der Paukenschlag-Ankündigung seiner Rückkehr an die Startlinie auf dem Dorfplatz von Zegama hat sich die Stimmung im Goierri von einer feierlichen Zeremonie in absolute Wettkampfanspannung verwandelt. Dies ist nicht nur ein Jubiläum; es ist das Wiedersehen des GOAT mit dem baskischen Schlamm, nur einen Monat vor seinem Angriff auf die 100 Meilen der Western States.
Die Wand von Sancti Spiritu gegen den NNormal-Hammer
Die eigentliche Nachricht ist nicht die Geburtstagstorte, sondern die Form eines Kilian, der ein chirurgisch präzises Jahr 2026 geplant hat. Der Katalane, der bereits elf Txapelas auf dieser Strecke hält, trifft auf Elhousine Elazzaoui, der seinen Thron verteidigt und mit dem Selbstvertrauen anreist, die europäische Vorherrschaft an diesen Hängen gebrochen zu haben. Der Marokkaner weiß: Um Jornet auf dem technischen Grat des Aizkorri zu schlagen, braucht er mehr als nur Lunge – er braucht einen Kamikaze-Downhill nach Oazurtza, um dem Mythos keinen Spielraum zu lassen.
Verlosungs-Kontroverse und der Schlamm-Faktor
Im Vorfeld gab es ordentlich Rauschen im Blätterwald der Trail-Szene. Die neue Voranmeldegebühr von einem Euro hat in den sozialen Netzwerken eine hitzige Debatte ausgelöst, doch die Realität ist unumstößlich: über 10.000 Bewerber für gerade einmal 225 Startplätze per Losverfahren. Zegama bleibt das verbotene Objekt der Begierde. Sportlich deutet der Wetterbericht auf das Übliche hin: erstickende Feuchtigkeit und ein Singletrack, der sich in eine Lehm-Eisbahn verwandeln wird – das Szenario, in dem Spezialisten für Beinbrecher-Profile den Unterschied machen.
Am Freitag wird der Kilómetro Bertikala mit seinen 1.015 Höhenmetern auf nur 5 Kilometern purer Qual das Feuer eröffnen und als Gradmesser für den Sonntag dienen. Mit insgesamt 5.472 Höhenmetern im Hauptrennen scheint der Rekord von 3:36:40 heute mehr denn je in Gefahr. Am Tunnel von San Adrián wird es keine Gnade geben; in der Kathedrale des Trails verschwindet derjenige, der nichts riskiert, einfach im Nebel.