Der mythische Anstieg zum Schloss Bensberg ist nicht nur das geografische Herz von Rund um Köln, sondern der Gradmesser dafür, ob das Jedermann-Feld dem Tempo einer Edition gewachsen ist, die bereits Wochen im Voraus 'ausverkauft' meldete. Suchen Sie nicht nach Restplätzen im Startblock des Velodom 120; der Drang auf die Straßen von Nordrhein-Westfalen hat alle Prognosen gesprengt und Köln an diesem Wochenende zum Epizentrum des mitteleuropäischen Radsports gemacht.
Die Mauer, die alles verändert
Die Strecke des Velodom 120 mit ihren 1.190 Höhenmetern birgt eine Falle, die Veteranen nur zu gut kennen: ein ständiges Beinbrecher-Terrain, auf dem Windschattenfahren überlebenswichtig ist, um nicht vorzeitig alle Körner zu verschießen. Die Durchfahrt in Bergisch Gladbach markiert den Beginn der Feindseligkeiten. Während das Velodom 30 die Option für jene ist, die pure Explosivität auf einem 26-Kilometer-Rundkurs suchen, wird die wahre Ausdauerschlacht auf der Königsdistanz geschlagen. Die diesjährigen 126 Kilometer verzeihen kein schlechtes Watt-Management, besonders bei Wettervorhersagen, die mit Seitenwindböen auf den offenen Abschnitten am Rhein drohen.
Taktik und Watt auf deutschem Asphalt
Die Organisation hat die Zeitlimits verschärft und zwingt die Fahrer des Velodom 60, vom Start in Köln an einen hohen Schnitt zu fahren. Mit 480 Höhenmetern auf nur 67 Kilometern ist diese Distanz zum Favoriten für Kriteriumsspezialisten geworden, die reine Kletterer mürbe fahren wollen. Entscheidend wird die Positionierung vor den technischen Abschnitten mit engen Kurven sein, wo der Ziehharmonika-Effekt des Pelotons so manchen aus dem Rennen werfen kann.
Die Stimmung in der Stadt ist elektrisierend. Der Kampf um das Podium in den Jedermann-Kategorien verspricht einer der härtesten des letzten Jahrzehnts zu werden, da mehrere Continental-Teams die Prüfung als Formtest nutzen. Wer im Ziel die Arme hochreißen will, muss die Kunst des Gruppenfahrens beherrschen, den Mann mit dem Hammer auf den letzten zehntausend Metern vermeiden und vor allem die Beine für die letzte Rampe vor dem Zielsprint im Herzen der Domstadt haben.