Es sind nicht die kumulierten Höhenmeter, die den Favoriten an diesem Samstag in Oropesa del Mar schlaflose Nächte bereiten, sondern das Watt-Management auf der tückischen Hochebene von Cabanes. Die fünfte Auflage des Mediterranean Epic Triathlon steht ganz im Zeichen der Regionalmeisterschaft der Comunidad Valenciana über die Langdistanz – ein Anreiz, der die Spannung in der Wechselzone bereits steigen lässt, bevor der erste Triathlet an der Playa de Les Amplàries ins Wasser geht.
Der Faktor Wind auf dem Plateau
Die Radstrecke, mit 176 Kilometern für die Full-Distanz und 84 Kilometern für die Half-Starter, birgt eine taktische Falle. Nach einem 15 Kilometer langen, moderaten Anstieg erreichen die Athleten ein 30 Kilometer langes Plateau mit falschen Flachstücken und Wellen. Hier ist Drafting streng verboten, und die Kampfrichter greifen gnadenlos durch. Erfahrene Starter wissen: Wer am ersten Anstieg zu viele Körner verschießt, riskiert in der dritten Runde einen monumentalen Einbruch, wenn der Seitenwind die Aero-Position gnadenlos prüft.
Duell der Wattzahlen auf dem Asphalt
Bei über 1.400 gemeldeten Teilnehmern liegt der Fokus auf dem Kampf um den regionalen Titel. Erwartet wird ein hochintensives Duell, bei dem der Schlüssel in der T2 liegt: Wer steigt so von der Zeitfahrmaschine, dass die Beine noch für einen flachen, aber psychologisch zermürbenden Marathon über vier Runden an der Strandpromenade reichen? Die Hitze auf dem Asphalt von Oropesa macht den Lauf oft zu einem Überlebenskampf, bei dem der Mann mit dem Hammer oft schon weit vor Kilometer 30 zuschlägt.
Während am Samstag die Langdistanz-Spezialisten um Ehre und Ranglistenpunkte kämpfen, ändert sich der Ton am Sonntag mit den Sprint- und Kurzdistanzen radikal. In diesen Formaten, in denen Windschattenfahren erlaubt ist, gilt eine völlig andere Strategie: explosive Schwimmzeiten und Vollgas-Pelotons, in denen jeder Positionierungsfehler vor dem letzten Wechsel das Podium kosten kann. Die Organisation hat die Verpflegungsstationen massiv verstärkt, da bei den steigenden Temperaturen am Mittelmeer die Hydrierung darüber entscheidet, wer das Zielbanner zerreißt und wer den Weg ins Ziel gehend zurücklegt.