Die 'kantabrische Hölle' wird nicht mehr über La Raíz oder Brañazarza führen. Die Nachricht hat diese Woche die Läufer-Community erschüttert: Die Organisation von Los 10.000 del Soplao hat beschlossen, zwei ihrer ikonischsten Sektoren aufgrund einer doppelten Dringlichkeit in Bezug auf Nachhaltigkeit und Sicherheit zu streichen. Der Naturpark Saja-Besaya hat seine Umweltauflagen durchgesetzt und die Zusammenlegung des Maratón und der Wanderrouten auf einer neuen 41 Kilometer langen Strecke erzwungen. Diese meidet zwar Gebiete ohne jegliche Zufahrt für Rettungswagen, wird den Quadrizeps jedoch keine Atempause gönnen.
Hayacorva und El Toral: Die neue Wand
Um den Verlust der klassischen Pfade auszugleichen, werden sich die Mutigen, die diesen Samstag in Cabezón de la Sal an den Start gehen, der Route über Hayacorva und das Refugio de las Urizosas stellen. Dies ist keine kosmetische Änderung, sondern ein Hinterhalt im heimischen Wald. Nach der Überwindung des legendären Cortafuegos und der Casa del Monte in Ucieda taucht das Feld in einen technischen Singletrack ein, umgeben von Stechpalmen und Buchen, bevor der Aufstieg zum El Toral beginnt. Die Höhenmeter bleiben der Scharfrichter des Rennens, und der Abstieg über El Cerezo verspricht ein definitiver Beinbrecher für all jene zu werden, die mit leeren Speichern in die letzten Kilometer gehen.
Die Nacht der Auserwählten beim Ultra
Während sich das mediale Interesse auf das neue Profil des Marathons konzentriert, bleibt die Mystik des Ultramaratón 110 unangetastet. Da 48 Stunden vor Meldeschluss nur noch ein Dutzend Startnummern verfügbar sind, markiert der Start am Freitag um Mitternacht zu den Klängen von AC/DC den Beginn einer Nachtwache aus Schlamm und Stirnlampen. Die Läufer der Königsdisziplin wissen, dass das Management gegen den Mann mit dem Hammer am Monte Aa und die Tempokontrolle in den nächtlichen Übergängen entscheidend sein werden, um einen Kollaps zu vermeiden, bevor die Sonne über den kantabrischen Gipfeln aufgeht.
Die Sicherheit wurde durch den Einsatz von acht notarztbesetzten Rettungswagen und einem vom Einsatzleitzentrum koordinierten Feldhospital massiv verstärkt. Mit über 4.000 bestätigten Anmeldungen dient der 21K Speed Trail als explosiver Auftakt, doch der wahre Kampf findet im Herzen des Waldes statt, wo die neue Strecke von 2026 beweisen muss, ob der Soplao genauso wild bleiben kann, wenn er verantwortungsbewusster mit der Umwelt umgeht.