⛰️ Trailrunning

Alarm in den Dolomiten: Kann Hannes Nambergers Rekord der Hitze trotzen?

Alarm in den Dolomiten: Kann Hannes Nambergers Rekord der Hitze trotzen?

Das Thermometer in Cortina d’Ampezzo droht ein härteres Urteil zu fällen als die 5.800 Höhenmeter des Hauptrennens. Während sich die Scheinwerfer am Freitag um 23:00 Uhr auf die Startlinie des Lavaredo 120K richten, ist die eigentliche Nachricht nicht, wer die meisten Watt in den Beinen hat, sondern wer die afrikanische Hitzewelle am besten meistert, die den Aufstieg zu den Tre Cime di Lavaredo in einen Kalksteinofen zu verwandeln droht. Der stratosphärische Rekord von Hannes Namberger (11:48:05) hängt am seidenen Faden – nicht wegen mangelnder Qualität im Elitefeld, sondern weil die physiologische Leistungsfähigkeit rapide sinkt, wenn das Quecksilber selbst unter dem Sternenhimmel keine Gnade kennt.

Angriff auf den Thron des Lavaredo 120K

Die Startliste ist ein Minenfeld für jede Prognose. Die französische Armada reist mit Revanchegelüsten an, doch der technische Fokus liegt auf der Fähigkeit der Läufer, das Tempo auf den technischen Single-Trails zwischen der Auronzohütte und dem Passo Giau hochzuhalten. In diesem geländebedingten Beinbrecher werden Hydrierung und Körpertemperaturkontrolle entscheidender sein als die reine Bergauf-Kapazität. Wer am Lago di Misurina zu früh forciert, riskiert, dass der Mann mit dem Hammer monumentale Ausmaße annimmt, noch bevor das erste Morgengrauen dämmert.

Speed und Technik auf den Kurzdistanzen

Das Geschehen beginnt mit dem Lavaredo 10K und 20K, wo Skyrunning-Spezialisten auf explosiven Strecken ihre Lungen brennen lassen. Die Aufmerksamkeit der Analysten richtet sich jedoch auf den Lavaredo 50K am Freitag. Mit 2.600 Höhenmetern hat sich diese Distanz als ultimativer Test für Läufer etabliert, die den Sprung auf die Ultradistanz wagen wollen, ohne dabei ihre Muskulatur zu zerstören. Am Samstag schließt der Lavaredo 80K den Wettkampfblock ab und fordert die Athleten auf einer Strecke, die trotz der kürzeren Distanz im Vergleich zum 100-Meiler eine Technizität aufweist, die keine Sekunde Entspannung in den Downhills zulässt.

Die Organisation hat die flüssigen Verpflegungsstationen verstärkt, wohlwissend, dass das trockene und exponierte Dolomitengelände keine Rechenfehler verzeiht. Die Passage durch das Val Travenanzes, normalerweise ein Abschnitt für die mentale Transition, zeichnet sich dieses Jahr als der kritische Punkt ab, an dem das Podium der Männer und Frauen entschieden wird. Wer die Kunst des Thermomanagements nicht beherrscht, wird sehen, wie seine Siegchancen zwischen den rosafarbenen Felswänden verdampfen.

Teilen

Events in diesem Artikel

JUN24
TrailrunningKurz

Lavaredo 10K

Cortina d'Ampezzo, Veneto, Italien10 km+300 m
JUN25
TrailrunningHalbmarathon

Lavaredo 20K

Cortina d'Ampezzo, Veneto, Italien20 km+1.000 m
JUN26
Trailrunning100K

Lavaredo 120K

Cortina d'Ampezzo, Veneto, Italien120 km+5.800 m
JUN26
Trailrunning50K

Lavaredo 50K

Cortina d'Ampezzo, Veneto, Italien50 km+2.600 m
JUN27
Trailrunning50 Meilen

Lavaredo 80K

Cortina d'Ampezzo, Veneto, Italien80 km+4.600 m