Dreißigtausend Euro Preisgeld sieht man im Trailrunning nicht alle Tage – diese Summe hat die Ruhe in Tirol vor dem Startschuss in dieser Woche ordentlich aufgewirbelt. Die eigentliche Sensation beim Innsbruck-Alpine Trailrun Festival ist nicht nur das riesige Teilnehmerfeld von 6.000 Läufern, sondern die Rückkehr des Trail Hunt Formats. Unter dem Motto „Jagen oder gejagt werden“ hat die Organisation eine wilde Verfolgung für die Elite entworfen, die über die technischsten Abschnitte der Weltmeisterschaft 2023 führt. Läufer mit mehr als 750 ITRA-Punkten müssen in einem Zwei-Etappen-Format alles riskieren, was puren visuellen Genuss und sportliche Qualen verspricht.
Das Festival beginnt am Mittwoch mit dem K7 Nighttrail, einem nächtlichen Appetithappen mit 400 Höhenmetern zum Aufwärmen der Beine, die für viele beim Hauptevent am Samstag völlig zerstört sein werden. Der K110 - Masters of Innsbruck präsentiert sich dieses Jahr mit neuer Härte: 110 Kilometer und 5.380 Höhenmeter mitten durch das Herz der Alpen, wo die technischen Single-Tracks der Nordkette das Urteil fällen werden. Dies ist kein Rennen für jedermann; der „Mann mit dem Hammer“ wartet oft beim Anstieg zur Seegrube im letzten Drittel des Rennens und bricht selbst die erfahrensten Veteranen.
Die Spannung in den Startblöcken ist spürbar, auch aufgrund der Kritik an Überfüllungen in den Vorjahren. Da fast alle Distanzen – vom explosiven K15 - Rookie Trailrun bis zum anspruchsvollen K85 - Heart of the Alps Ultra – ausverkauft sind, wird das Management von Engpässen auf den schmalen Pfaden die große Prüfung für die Veranstalter sein. Die Top-Athleten befürchten, dass der Trubel an den Verpflegungsstationen ihre Zeiten gefährden könnte, in einer Edition, in der jede Sekunde zählt, um einen Teil des Preisgeldes zu ergattern.
Sportlich gesehen richten sich alle Augen auf den K42 - Trailmarathon. Mit 2.020 Höhenmetern ist dies die Distanz, auf der Berglaufspezialisten versuchen werden, den Streckenrekord zu knacken. Das Gelände wechselt zwischen schnellen Forstwegen und Beinbrecher-Abstiegen. Wenn das Wetter mitspielt und der Schlamm in den Waldstücken ausbleibt, steht uns die schnellste Ausgabe in der Geschichte des Festivals bevor.