Die Straße wird schmaler, der Asphalt scheint unter der Mittelmeersonne zu schwitzen und der Wattmesser spuckt schmerzhafte Zahlen aus; dies ist das Ökosystem, in dem Alberto Contador seine Legende schmiedete. Genau hier werden am Samstag tausende Jedermänner um ihre Ehre kämpfen. Es ist nicht irgendein Rennen im Kalender; der TotalEnergies Gran Fondo Alberto Contador hat seinen Ruf auf einer gnadenlosen 147 Kilometer langen Strecke gefestigt, die mit 2.534 Höhenmetern in jeder Serpentine einen technischen Hinterhalt bereithält.
Der Faktor Rates: Wo das Feld zerfällt
Das Epizentrum der Schlacht wird, wie es die ungeschriebene Tradition des Radsports in der Levante vorschreibt, der Coll de Rates sein. Doch dieses Jahr gibt es eine Besonderheit: Die Organisation hat die komplette Straßensperrung betont, was es den stärksten Fahrern ermöglicht, sich mit Vollgas in die verwinkelten Abfahrten zu stürzen, in denen man normalerweise vorsichtig sein muss. Der Pass, ein Riese, den die Profis der Region als Testgelände nutzen, wird das Urteil fällen, bevor es in das anschließende Beinbrecher-Terrain geht. Wer den Gipfel nicht mit ausreichend Sauerstoff in den Lungen erreicht, wird an den finalen Rampen eines Tages, der pure Zermürbung verspricht, die Quittung erhalten.
Strategie und Laktatmanagement
Für diejenigen, die ihren Pulsmesser nicht so früh in den roten Bereich treiben wollen, bietet die Medio-Fondo-Option 115 Kilometer, die zwar die extremsten Anstiege auslassen, aber das Flair eines hochkarätigen Pelotons bewahren. Der Schlüssel für die 4.000 Angemeldeten liegt in der Wahl der Übersetzung. Beim Gran Fondo erfordert die Abfolge der Pässe einen flüssigen Tritt, um nicht stehen zu bleiben, wenn die Steigung zweistellig wird. Dies ist kein Ort für Mutige ohne Ausdauer; der Mann mit dem Hammer schlägt in dieser Region der Comunidad Valenciana aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit vom Meer her oft endgültig zu.
Der Start in Oliva um 8:00 Uhr markiert den Beginn einer Jagd, bei der sich der 'Pistolero' selbst oft blicken lässt, die Kette spannt und daran erinnert, warum Ausdauerradsport vor allem eine Frage des qualvollen Leidens ist. Die Sicherheit und das Erlebnis, in einem World-Tour-Umfeld zu fahren, ohne Profi zu sein, sind der wahre Magnet einer Edition, die bereits Wochen im Voraus ausverkauft war.