Der Mythos des Zieleinlaufs unter dem ikonischen Zeltdach des Münchner Olympiastadions muss in dieser Edition ruhen. Die Sanierungsarbeiten im bayerischen Sporttempel haben die Organisatoren zu einer drastischen Änderung der Strecke gezwungen: Zum ersten Mal seit Jahren werden die über 30.000 Läufer nicht über das olympische Tartan laufen. Der Zielbogen wird stattdessen in den Bereich der Parkharfe verlegt. Dieser logistische Kniff verwandelt das Rennen in einen direkteren City-Kurs und eliminiert die berüchtigte Einlauframpe ins Kolosseum, die oft das Schicksal derer besiegelte, die bereits gegen den Mann mit dem Hammer kämpften.
Es ist zwar keine Langstrecke, aber die 5,1 Kilometer des B2Run München durch den Olympiapark sind ein echter Beinbrecher aus Asphalt und befestigten Wegen. Der Kurs führt am Olympiasee entlang und erfordert ein kluges Pacing, um den Motor nicht vorzeitig zu überhitzen. Da das Event bereits Wochen vor dem Startschuss komplett ausverkauft war, wird der wahre Kampf im ersten Startblock entbrennen. Dort versuchen die Top-Läufer der Firmenwertung, die 17-Minuten-Marke zu knacken – eine Zeit, die Caleb Trabitzsch letztes Jahr auf astronomische 17:09 schraubte.
Der Charity-Faktor und die Firmenflut
Abseits der Uhr ist die Nachricht des Jahres die hohe Zahl der Charity-Starter. Mit über 3.000 Läufern, die mit der Solidaritäts-Startnummer antreten, ist der Druck im Kampf um die Krone der fittesten Unternehmen enorm. Giganten wie BMW und Siemens haben Bataillone von mehr als 1.000 Mitarbeitern mobilisiert, was massives Windschattenlaufen in den engen Passagen des Parks garantiert. Das Fehlen des Stadiontunnels verändert die Aerodynamik des Zielsprints; nun ist der Push der Kollegen im B2Run Village der einzige Treibstoff für die letzten 400 Meter.
Die Wetterbedingungen in Bayern für diesen 7. Juli werden stabil erwartet, ohne die Gewitter, die in früheren Jahren zu Startverzögerungen führten. Ohne den Schutz des Stadions wird die Verpflegungsstation nach dem Ziel an der Parkharfe zum kritischen Punkt eines Events, das dieses Jahr Networking über die olympische Epik stellt. Es gilt, die Lightweight-Schuhe für einen Untergrund zu schnüren, der auf dem Papier zwar flach ist, aber niemanden schont, der ohne aufgewärmte Hamstrings im Sprinttempo losballert.